So smart ist das deutsche Zuhause vernetzt

Das Thema Smart Home ist nicht mehr unbekannt. Doch wie sieht es eigentlich mit der Verbreitung und dem Stand der Technik von smarten Geräten in deutschen Haushalten aus?

Laut einer Studie von Connected Living und Mücke, Sturm & Company, kennen 80 Prozent der Umfrageteilnehmer den Begriff Smart Home, jedoch besitzen 40 Prozent kein smartes Gerät. Am häufigsten werden derzeit Lösungen aus den Segmenten Entertainment und Energie eingesetzt. Der „Intelligenzgrad“ der genutzten smarten Geräte wird als hoch eingeschätzt, was den Rückschluss erlaubt, dass die Steuerung von Smart-Home-Systemen im Durchschnitt bereits regelbasiert erfolgt. Für Endnutzer sind besonders die einfache Bedienung und die Datensicherheit wichtige Kriterien beim Kauf smarter Lösungen.

Kommt der Durchbruch?

Immer mehr smarte Geräte gelangen auf den Markt. Smart-Home-Nutzer besitzen bisher Endgeräte aus durchschnittlich 4,1 der 19 im Rahmen der Studie abgefragten Produktgruppen. Betrachtet man die Smart-Home-Verbreitung nach Altersgruppen, zeigt sich, dass 85 Prozent der sogenannten „Digital Natives“ zwischen 25 und 34 Jahren mindestens ein smartes Gerät im Haushalt installiert haben, wohingegen nur 59 Prozent der „Digital Immigrants“ im Alter zwischen 45 und 54 Jahren Smart-Home-Nutzer sind.

Die nebenstehende Abbildung zeigt die Einschätzung des Intelligenzgrades der genutzten Produktgruppen durch die Befragten in Relation zum Grad der Vernetzung, gemessen an der Anzahl der in den Haushalten installierten smarten Produktgruppen. Bemerkenswert ist, dass der Grad der Intelligenz der Systeme durch die Nutzer als hoch eingeschätzt wird, wohingegen der Vernetzungsgrad smarter Geräte als Indikator für die Verbreitung eher gering ausfällt.

Um dem Smart Home in Deutschland zum Durchbruch zu verhelfen, muss der Studie zufolge insbesondere eine höhere Balance aus Verbreitung und Technologie angestrebt werden. „Wirklich smart ist das Zuhause erst, wenn die Vielfalt an smarten Produktgruppen im Haushalt zunimmt. Denn nur durch die Vernetzung der Geräte untereinander entstehen echte Vorteile“, so Michael Mücke, Vorstandsmitglied von Connected Living und Geschäftsführer von Mücke, Sturm & Company.

Erst der Mehrwert überzeugt

Sowohl das Interesse, als auch die Kaufabsicht ist bei den Smart-Home-Nutzern, die über mindestens sechs Produktgruppen verfügen, am höchsten. 60 Prozent dieser Nutzer geben an, Interesse an weiteren Produkten zu haben, 25 Prozent beabsichtigen sogar den Kauf weiterer smarter Geräte.

Bei den Nichtnutzern fällt der Anteil wesentlich geringer aus: Nur 40 Prozent interessieren sich für Smart Home, und lediglich vier Prozent befinden sich in der konkreten Kaufplanung. Es zeigt sich deutlich, dass Nutzer, die über Geräte aus mindestens einer smarten Produktgruppe verfügen und die Mehrwerte der Lösungen bereits erfahren haben, eine höhere Motivation aufweisen, ihr Zuhause mit zusätzlichen Anwendungen zu erweitern, so das Innovationszentrum Connected Living. Für Anbieter bedeutet dies, dass sie mit Erlebniswelten am Point of Sale (PoS) und attraktiven Einstiegspaketen die Mehrwerte der Angebote transparent kommunizieren müssen, um über diesen Einstiegspunkt die Nutzer zu binden und zur Erweiterung ihres smarten Heims durch den Kauf weiterer Produkte zu bewegen.

Angstfaktor Datendiebstahl

Ferner wurden in der Studie die wichtigsten Eigenschaften von Smart-Home-Lösungen aus Endkundensicht abgefragt. Einfache Bedienung und Datensicherheit liegen bei allen Haushaltssegmenten an erster Stelle. Für Nichtnutzer sind zudem die Aspekte Installation und Wartungs-Services wichtig, wohingegen Smart Home-Nutzer Kompatibilität und Design schätzen.

Zur Studie

Die Studie wurde von dem Innovationszentrum Connected Living und dem Managementberatungsunternehmen Mücke, Sturm & Company durchgeführt. In diesem Zusammenhang wurden knapp 1.000 Teilnehmer zur Verbreitung und dem Stand der Technologie von smarten Geräten in deutschen Haushalten befragt.

Quellen:

Text: Vogel Business Media GmbH/IT-Business.de, Autor: Sarah Böttcher

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